Ist der Gang zum Arzt bald nur noch Geschichte? – Diskussionsveranstaltung zum Thema Telemedizin.

Veröffentlicht am 18.12.2015 in Veranstaltungen

Auf Einladung von Rainer Hinderer MdL stellten sich Andreas Vogt, Leiter der Landesvertretung der Techniker Krankenkasse, Dr. Andreas Simpfendörfer von der chirurgischen Privatklinik Heilbronn und Prof. Wendelin Schramm, Direktor des GECKO Instituts  der Hochschule Heilbronn den Fragen von Moderatorin Marianne Kugler-Wendt zu Chancen und Risiken der Telemedizin. Dass Technik und Digitalisierung rasch voranschreiten und sich dieser Trend auch im Gesundheitswesen fortführt, machte Andreas Vogt in seinem Eingangsreferat deutlich. Übertragungstechnik, die dazu verhilft Röntgenbilder an die ärztlichen Kollegen rund um den Globus zu versenden, gehört in medizinischen  Einrichtungen bereits zum Alltag. „Die Vernetzung zwischen uns Ärzten ist gut. So können wichtige Daten schneller zwischen den Praxen und den Krankenhäusern ausgetauscht werden“ betont Dr. Andreas Simpfendörfer. Auch sogenannte Gesundheits- und Fitnessapps auf Mobilfunkgeräten, die u.a. Blutdruckdaten statistisch erfassen, erfreuen sich in der Bevölkerung zunehmender Beliebtheit. Die Telemedizin allerdings, befindet sich am Anfang des Umwälzungsprozesses. Durch sie soll trotz räumlicher Distanz von Patient und Arzt, etwa unter dem Einsatz von Videokonferenzen, bspw. Konsultation und Diagnostik ermöglicht werden. Insbesondere für die Sicherung der medizinischen Versorgung im ländlichen Raum kann das als große Chance gesehen werden.

Gemeinsam mit seinen renommierten Gästen diskutierte Rainer Hinderer MdL über weitere Chancen, Anwendungsbereiche, aber auch mögliche Risiken der Telemedizin. Klar wurde, dass die Telemedizin und die sogenannten altersgerechten Assistenzsysteme (AAL) einen wertvollen Beitrag für ein selbstbestimmtes Leben leisten können. So etwa durch online basierte Beratungs- und Trainingsprogramme, die das Leben in der eigenen Wohnung insbesondere im höheren Lebensalter ermöglichen. Auch die zügige Erreichbarkeit des Arztes, die wegfallende Wartezeit in der Arztpraxis, aber allen Dingen voran die Möglichkeit aller Heilberufe auf die medizinisch-pflegerischen Patientendaten zuzugreifen, werden den verwaltungstechnischen Ablauf optimieren, was im Ernstfall Leben retten kann. „Auch die leichtere Vernetzung zwischen uns Ärzten wird einen

Prof. Dr. Schramm vergleicht die Telemedizin aber auch mit einer Pille, bei der bei allem Nutzen ebenso die Nebenwirkungen bedacht werden müssen. Auch Rainer Hinderer erklärt im Hinblick auf das erst kürzlich verabschiedete E-Health-Gesetz und der damit in Verbindung stehenden elektronischen Gesundheitskarte, auf der auf Wunsch medizinische Notfalldaten gespeichert werden können, dass mit Patientendaten äußerst sorgfältig umgegangen werden muss. Zudem betont Hinderer, SPD-Obmann der Enquetekommission „Pflege“ des baden-württembergischen Landtages, dass nie die Frage nach Mensch oder Technik gestellt werden darf. Vielmehr ist von einem Miteinander von Mensch und Technik zu sprechen. So kann diese bspw. Pflegefachkräfte in Pflegeheimen dabei unterstützen, sich mit dem weit entfernten Facharzt zugunsten des Patienten kurzerhand auszutauschen. Im Hinblick auf die Zukunft waren sich alle Diskussionsteilnehmer allerdings einig: Trotz des wichtigen Beitrags, den die Telemedizin in der Sicherung der medizinischen Versorgung leisten wird, wird der Gang zum Arzt auch in Zukunft nicht an Wichtigkeit verlieren. „Der Mensch steht in einem solidarischen Gesundheitssystem und in diesem immer im Mittelpunkt“ so Rainer Hinderer MdL. (VS)

 
 

Homepage Rainer Hinderer

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